Forstrock
Birgit und Horst Lohmeyer halten im Jahr 2012 Plakat und Flyer des Festivals vor die Kamera.

Historie

Im Jahre 2007 hieß es „Vorhang auf“ für das erste „Jamel rockt den Förster“-Festival auf dem ehemaligen Forsthof in Jamel, Nordwestmecklenburg. Was als kleines, feines Sommerfest für Freund*innen, Verwandte und Kolleg*innen begann, entwickelte sich – beinahe zwangsläufig – zu einem ambitionierten gesellschaftspolitischen Projekt.

Horst und Birgit Lohmeyer – er Musiker, sie Schriftstellerin – übernahmen 2004 den idyllisch am Waldrand gelegenen Forsthof im Wismarer Umland. In den Folgejahren zogen mehrere Familien aus der rechtsradikalen Szene nach Jamel und begannen, das Dorf nach ihrem völkischen Ideal zu prägen, Andersdenkende zu drangsalieren und zu verfolgen. Seither engagieren sich die Lohmeyers aktiv und lautstark für Demokratie und Toleranz, da in ihrem Heimatdorf die bekennenden Nazis nun 95% der Bevölkerung stellen.

Festivalplakat aus dem Jahr 2014.
Festivalplakat aus dem Jahr 2013.
Festivalplakat aus dem Jahr 2012.
Festivalplakat aus dem Jahr 2011.
Festivalplakat aus dem Jahr 2010.
Festivalplakat aus dem Jahr 2009
Festivalplakat aus dem Jahr 2008.
Festivalplakat aus dem Jahr 2007.

Ab 2007 beschlossen die Lohmeyers mit öffentlichen Veranstaltungen gegen die Abschottung ihres Dorfes und dessen Vereinnahmung durch die Rechtsradikalen vorzugehen und öffneten in diesem Jahr zum ersten Mal die Pforten ihres Hofes für die Öffentlichkeit.

Seit 2015 ein Brandanschlag auf dem Gelände der Lohmeyers verübt wurde, bei dem beinahe auch das Wohnhaus der Lohmeyers den Flammen zum Opfer fiel, hat das Festival an Popularität massiv gewonnen. Mittlerweile ist aus dem reinen Musikfestival ein Festival mit gesellschaftspolitischem Informations- und Workshopprogramm, 1500 Besucher*innen, hoher Medienpräsenz und vielen berühmten Musiker*innen geworden.

Die beiden Lohmeyers werden von vielen ehrenamtlichen Helfer*innen, die im Vorfeld und während des Festivals an der Organisation und dem reibungslosen Ablauf der Veranstaltung mitwirken sowie von Technikern und Lieferanten, die Rabatte gewähren sowie den auftretenden Künstler*innen, die auf ihre gewohnten Gagen verzichten, unterstützt.

Das ehrenamtlich organisierte, nicht-kommerzielle „Jamel rockt den Förster“ ist zu einer bekannten Größe und Institution der wehrhaften Demokratie in der Region und in ganz Deutschland geworden und dokumentiert, für was die Veranstalter*nnen einstehen: „Mecklenburg bleibt bunt“.

 

Die Schirmherrinnen des Festivals:

Die Landtagspräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns Sylvia Bretschneider (†) war bis zu ihrem Tod in 2019 Schirmherrin.

Seit 2016 hat die Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig, die Schirmherrschaft übernommen.

Filme: